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UNDINE | Spätling des Schöpfers, der ernsteren Dingen entsagte,
Haar, das herabfließt von Gletschern in heiligem Weiß,
Schelmin im Zwielicht der Stunde, noch ehe es tagte,
Lockst du das Licht in die Au und die Fluten des Mais.
Leichtester Fuß, der den silbernen Spiegels nicht brechen
Mag, wenn dein Antlitz zuweilen in Tagträume taucht,
Bist du im Hain, wo sich andre Erkenntnis versprechen,
Kind, das die Früchte zu harmlosen Ballspielen braucht.
Ganz im Gestilltsein des ruhenden Gottes geschaffen,
Auge, das alles Begehren mit Blau überschwemmt,
Ahnst du die Lüste im helleren Klange der Waffen
Über dem Strom, den die Eisspange länger nicht dämmt.
Unter den Weiden im Dunkel die Rohrdommel flötet,
Und auch der Quell rät die Worte des Dichters, der singt,
Wunder der Feuchte im Kuß und die Träne, die tötet,
Bist du die Schmelze, die nächtliches Hochwasser bringt.
Weithin umschlängelt der Arm, der im Werben erblühte,
Zungen des Landes, die selten ein Jüngling betritt,
Strudeln vertraut und unendlich versunkener Güte,
Wogen, darauf nach Atlantis der Meeresgott ritt.
Herzraum, darin sich die Bäche der Wiesen vereinen,
Treue, die rein in den Wolken-Verwandlungen bleibt,
Nährst du im Lachen die flackernde Flamme des einen,
Der dein Zerfließen in prächtigen Bildern beschreibt. |
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